Stendal (dpa/sa) - Eine Woche nach dem Sturz eines Kleinkindes von einem Balkon im fünften Stock in Stendal hat die Polizei Ermittlungen gegen die Mutter eingeleitet. Dabei handele es sich um ein formales Prozedere, da im Raum stehe, dass die 22-Jährige ihre Aufsichts- und Fürsorgepflicht verletzt haben könnte, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Hinweise, dass es sich bei dem Sturz nicht um einen Unfall gehandelt haben könnte, gebe es hingegen nicht. Inzwischen seien zahlreiche Zeugen des Geschehens befragt worden. Zuvor hatte MDR Sachsen-Anhalt über die Ermittlungen berichtet.

Der 18 Monate alte Junge hatte am 17. August mit seinem drei Jahre alten Bruder auf dem Balkon gespielt, bevor das Unglück passierte. Die Mutter befand sich zu dem Zeitpunkt in der Wohnung. Das Kleinkind wurde bei dem Sturz lebensgefährlich verletzt und wird in einer Spezialklinik behandelt. Zuletzt lag der Junge im künstlichen Koma. Die Klinik wolle die Polizei informieren, sobald sich der Gesundheitszustand des kleinen Patienten ändere, so der Behördensprecher. Das sei bislang nicht der Fall.