Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hat binnen weniger Tage die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs verbraucht. Bis zum Donnerstagvormittag wurden rund 10 100 Dosen des Impfstoffs verabreicht, wie aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die ersten von zwei nötigen Spritzen wurden in etwa gleichen Teilen an Bewohner von Pflegeheimen sowie medizinisches und pflegerisches Personal verabreicht. Sachsen-Anhalt hatte sich vorgenommen, bis zum Jahreswechsel die erste Lieferung aufzubrauchen. Das entspricht 9750 Impfungen und wurde erreicht.

Am Mittwoch bekamen alle 14 Landkreise und kreisfreien Städte neuen Impfstoff sowie weiteres Zubehör wie Kanülen, Tupfer und Spritzen. Damit kann seit Mittwoch auch in jenen Regionen weitergeimpft werden, die - wie Halle - sehr schnell die erste Charge verteilt hatten. Mit dem Nachschub ist sichergestellt, dass zunächst weitere rund 10 000 Menschen die erste Dosis der Corona-Impfung bekommen können.

Nach einer zweiten Impfung binnen weniger Wochen soll die volle Schutzwirkung erreicht werden. Sachsen-Anhalt lagert derzeit die Hälfte des gelieferten Vakzins ein, um auch bei ungeplanten Lieferausfällen die Zweitdosis verabreichen zu können. Das heißt, rund 20 000 eingetroffene Impfdosen kamen zunächst in den Vorrat.

Seit Beginn der Pandemie starben laut Mitteilung 664 Männer und Frauen, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren - jeder fünfte von ihnen in den vergangenen Tagen. Denn zwischen Montag und Donnerstag meldeten die Behörden 142 Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Virus, davon allein 51 seit Mittwoch.

In den Krankenhäusern stieg die Zahl der Covid-Patienten, die mit schweren Verläufen auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, auf 183. Das sind acht mehr als am Vortag und 38 mehr als vor einer Woche. 103 Corona-Patienten müssen aktuell beatmet werden. Zudem wurden landesweit 936 weitere Corona-Nachweise gemeldet. Seit Beginn der Pandemie steckten sich damit nachweislich rund 30 500 Sachsen-Anhalter mit dem Erreger Sars-CoV-2 an. Binnen einer Woche gab es laut Gesundheitsministerium 188,5 neue Fälle je 100 000 Einwohner, vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 231,05.

Allerdings wiesen zuletzt zahlreiche Politiker und Experten darauf hin, dass die Aussagekraft der Meldungen derzeit eingeschränkt sei. Während der Feiertage werde weniger getestet, die Labore schafften am Tag weniger Proben und nicht alle Behörden meldeten Daten, so die Begründung. Tatsächlich sinkt die Zahl der gemeldeten Fälle seit Heiligabend, während die Zahl der Intensivpatienten weiterhin steigt.

Mitteilung des Gesundheitsministeriums zu aktuellen Corona-Meldungen

Übersicht des Robert Koch-Instituts zum Impffortschritt nach Bundesländern