Magdeburg (dpa/sa) - Etwa eines von drei Kindern in Sachsen-Anhalt, das in Krippen, Kindergärten oder Horte geht, wird derzeit notbetreut. Die Betreuungsquote der Kinder habe Stand 19. Januar bei 31,4 Prozent gelegen, teilte das Sozialministerium am Donnerstag auf Anfrage mit. Der Bedarf an der Notbetreuung scheint mit der Länge des Lockdowns zu steigen: Vorige Woche waren nur 28,3 Prozent der Kinder in die Notbetreuung gekommen.

Insgesamt nahmen die Eltern von 45 886 Kindern das Angebot wahr, 10 365 oder rund 22,6 Prozent davon waren Schulkinder, die im Hort betreut wurden. Der Anteil der Hortkinder blieb im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert. Insgesamt sind in Sachsen-Anhalt laut Ministerium derzeit 146 036 Kinder in einer Krippe, einem Kindergarten oder einem Hort angemeldet.

Bund und Länder hatten am Dienstag vereinbart, den Lockdown bis mindestens Mitte Februar zu verlängern. Auch Schulen und Kitas sollen geschlossen bleiben, für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen gibt es aber das Angebot der Notbetreuung. Um den Eltern zu ermöglichen, die Betreuung der Kinder auch selbstständig im engsten Umfeld zu organisieren, sollen die Kontaktbeschränkungen für Familien am Montag etwas gelockert werden.

Zwar darf sich ein Haushalt weiterhin nur mit einer außenstehenden Person treffen. Kinder unter drei Jahren werden in Sachsen-Anhalt dabei aber nicht mehr mitgezählt. Zudem ist es erlaubt, dass Familien einander unterstützen und Kinder aus bis zu zwei Haushalten gemeinsam betreut werden. Dabei werde darum gebeten, möglichst feste Betreuungsgruppen zu bilden, hatte Sozialministerin Petra Grimme-Benne (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung gesagt.

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