Halle (dpa/sa) - Die Nationalakademie der Wissenschaften Leopoldina hat mit einer Schweigeminuten den Opfern der Gewalttat von Hanau gedacht. "Mit tiefer Erschütterung haben wir von den grauenhaften Verbrechen erfahren", sagte der bisherige Präsident der Leopoldina, Jörg Hacker, vor rund 400 Gästen in Halle beim Festakt zur Amtseinführung des neuen Präsidenten Gerhard Haug. "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der unschuldigen Opfer und wünschen den Verletzten baldige Genesung", sagte er. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihre Teilnahme an dem Festakt wegen der Gewalttat abgesagt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, angesichts des Anschlags vom 9. Oktober 2019 in Halle könne er am intensivsten nachvollziehen, wie es seinem Amtskollegen Volker Bouffier (CDU) und den Menschen in Hessen jetzt gehe. Es komme zusätzlich zum Mitgefühl darauf an, dass die Gesellschaft zusammenstehe und den Angehörigen der Opfer helfe.

Ein Rechtsextremist hatte bei dem Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle versucht, mehr als 50 Menschen in den Gotteshaus zu töten. Als dies misslang, erschoss er auf der Straße eine Frau, einen jungen Mann in einem Dönerimbiss und Verletzte auf seiner Flucht zwei Menschen schwer. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.