Magdeburg (dpa/sa) - Gastronomen in Sachsen-Anhalt bewerten die angekündigte Lockerungsperspektive für ihre Branche in der Corona-Pandemie als Schritt in die richtige Richtung. Es sei ein positives Signal, dass ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei, sagte der Landeschef des Gastgewerbeverbands Dehoga, Michael Schmidt, am Montag. Jetzt komme es auf die Details an, unter welchen Bedingungen eine Öffnung möglich sei. Kneipen, Restaurants und Cafés sind seit Mitte März geschlossen und dürfen nur Speisen ausliefern.

Am Wochenende hatten Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) und Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) signalisiert, dass die Gastwirte noch im Mai wieder erste Angebote machen könnten. Willingmann sprach sich für einen Termin noch vor Himmelfahrt aus, Haseloff ließ das zunächst offen. Entscheidend sei, dass die Branche kreative Konzepte vorlege, wie die Schutzstandards umgesetzt werden könnten, so Haseloff. Nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Michael Kretschmer avisierten beide CDU-Politiker, dass denkbar sei, zunächst nur die Außengastronomie zu öffnen oder Selbstbedienung vorzugeben.

Fast die Hälfte der Gastronomen im Land habe aber keine Außenflächen, gab Dehoga-Chef Schmidt zu bedenken. Es sollte ein Kompromiss gefunden werden, auch Innenräume unter Auflagen wieder zu öffnen.

Ähnlich äußerte sich der Gastronom Michael Nawroth, der in Magdeburg die Ratswaage betreibt. Die Wirte könnten sowohl Abstandsregeln zwischen Tischen als auch Höchstgrenzen für gleichzeitig bewirtete Gäste, Desinfektionsspender und Mundschutz für das Personal garantieren, sagte Nawroth. Doch bei reiner Außengastronomie seien sie zu wetterabhängig. Die Kosten für die zusätzlichen Hygienemaßnahmen müssten auch wieder erwirtschaftet werden.