Magdeburg (dpa/sa) - Mit Blick auf die angekündigte Schließung aller Schulen in Halle zum Schutz vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Bildungsgewerkschaft GEW klare Ansagen des Bildungsministeriums gefordert. Es müsse schnell geklärt werden, welche Folgen die Entscheidung für die Prüfungen zum Realschulabschluss und zum Abitur habe, sagte GEW-Landeschefin Eva Gerth am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit sei offen, ob die Prüfungen verschoben würden oder wie die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekämen, sich weiter vorzubereiten.

Auch die Lehrkräfte bräuchten schnell Klarheit, dass angeordnete Schulschließungen nicht zu Lohnkürzungen oder Minusstunden bei der Arbeitszeit führten, forderte die GEW-Landeschefin. Diese Frage sei derzeit nicht geklärt und sorge für Unsicherheit.

Zuvor hatte die Stadt Halle angekündigt, von Freitag an bis Ende März alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte zu schließen, um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Zudem verbot die Stadt alle öffentlichen Veranstaltungen. Als Halle die Entscheidung verkündete, waren sieben Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in der Saalestadt nachgewiesen.

"Die Gesundheit der Kinder und Pädagogen steht im Vordergrund", sagte GEW-Chefin Gerth zu dieser Entscheidung. Wenn Experten die Einschätzung träfen, dass Schulen geschlossen werden, dann sei das zu akzeptieren. Das gelte auch dann, wenn die Maßnahme auf das ganze Land ausgedehnt werde.