Magdeburg (dpa/sa) - Die Belastung in der sozialen Arbeit ist aus Gewerkschaftssicht in der Corona-Diskussion nahezu unbeachtet geblieben. Kommunal- und Landespolitik müssten die Arbeitsbedingungen in der stationären und ambulanten Sozialarbeit im Auge behalten und dafür Sorge tragen, dass die Finanzierung ohne Abstriche erhalten werde, forderte Eva Gerth, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Montag in Magdeburg.

Der Hilfe- und Beratungsbedarf bei ambulanten Angeboten sei "erheblich angestiegen". Die GEW forderte die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, alle Beratungs- und Hilfsangebote unbürokratisch weiter zu finanzieren. Perspektivisch sei eine finanzielle Aufstockung notwendig, hieß es.

Die Beschäftigten würden zudem oft unter besonders schwierigen Bedingungen arbeiten. Für die Arbeit sei meist physische Präsenz notwendig - etwa in Wohngruppen. Wegen der Schulschließungen seien Arbeits- und Schichtzeiten verlängert worden. Den Angaben zufolge sind in Sachsen-Anhalt derzeit rund 7000 Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Sucht- und Obdachlosenarbeit, der Beratung von Schwangeren sowie von Familien in besonderen Lebenslagen beschäftigt.