Magdeburg (dpa/sa) - Im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle hat das Oberlandesgericht Naumburg einen ersten Überblick über den weiteren geplanten Prozessverlauf gegeben. Laut einer Mitteilung vom Montag plant das Gericht für das Verfahren, das am Dienstag kommender Woche fortgesetzt wird, sechs weitere Verhandlungstage im November. Der nunmehr letzte anberaumte Termin ist der 18. November. Für die weiteren 19 geplanten Prozesstage hat das Gericht bisher 65 weitere Zeugen geladen, darunter Überlebende aus der Synagoge, Sachverständige und Polizisten.

Seit dem 21. Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter Stephan Balliet. Die Verhandlung findet aus Platzgründen im Landgericht Magdeburg statt. Der 28 Jahre alte Angeklagte hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. Dort feierten zu dem Zeitpunkt 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nachdem er nicht in die Synagoge gelangt war, erschoss der Mann eine zufällig vorbeikommende 40 Jahre alte Passantin und später einen 20-Jährigen in einem Dönerimbiss.

An den beiden nächsten Verhandlungstagen am Dienstag und Mittwoch kommender Woche soll es um die Waffen und das soziale Umfeld des Täters im Internet gehen. Im September sollen dann Überlebende aus der Synagoge befragt werden. Auch der Angriff auf den Dönerimbiss und die anschließende Flucht des Terroristen sollen noch rekonstruiert werden. Der Prozess war nach dem fünften Verhandlungstag am 3. August für drei Wochen unterbrochen worden, um den Beteiligten eine Sommerpause zu ermöglichen. Ursprünglich war der letzte Termin für den 14. Oktober vorgesehen gewesen. Da sich die Befragung des Angeklagten und der Zeugen hinzogen, hatte Richterin Ulrike Mertens aber schon eine Verlängerung angekündigt.

Mitteilung mit Terminen