Magdeburg (dpa/sa) - Mit der geplanten Verschärfung der Corona-Regeln reagieren Bund und Länder laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auch auf die mangelnde Disziplin mancher Bürger bei der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. "Wenn man Abstand gehalten hätte, hätte man sich nicht anstecken können", sagte der Regierungschef am Dienstag nach einer Kabinettsberatung in Magdeburg mit Blick auf die noch immer hohen Ansteckungszahlen. Ausdrücklich nahm er davon Menschen aus, die in Medizin und Pflege arbeiten "und den Kopf für uns hinhalten, dass das System überhaupt funktioniert."

Die aktuellen Infektionen seien nicht im Sommer oder im Herbst entstanden, sondern an Weihnachten und in den Tagen danach. Viele hätten sich also offenbar nicht an die Regeln gehalten. Wenn die Menschen nicht verstehen würden, dass sie selber zum überwiegenden Teil die Verantwortung dafür tragen, was mit ihnen geschieht, seien auch dem Staat irgendwann die Hände gebunden. Die Zahl der Neuinfektionen entwickele sich nicht "wie wir das wollen und wie wir das brauchen", betonte der Ministerpräsident. "Und deshalb brauchen wir jetzt auch Effekte."

Bund und Länder hatten zuvor vereinbart, den Lockdown bis Ende Januar zu verlängern und die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen. So sollen im Privaten nur noch Treffen mit einer Person, die nicht zum Hausstand gehört, erlaubt sein. "Das ist eine harte Maßnahme, aber unabweisbar", sagte Haseloff. Denn ein Großteil der Infektionen würden aus dem Privatbereich stammen. Viele Beschränkungsmöglichkeiten würden jenseits des Privaten außerdem nicht mehr übrig bleien, "außer dass es zum totalen Stopp des gesellschaftlichen Lebens bin in die Produktion hinein kommt", warnte Haseloff. Das Kabinett soll die Regelungen in den kommenden Tagen in eine neue Landesverordnung umsetzen.