Magdeburg (dpa/sa) - Nach der Schließung der Kitas zur Eindämmung des Coronavirus sollen Eltern für den April keine Kitabeiträge zahlen müssen. Das sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstag in Magdeburg. Das Land werde den Kommunen empfehlen, für den kommenden Monat keine Beiträge zu erheben. Im Gegenzug will das Land für die Ausfälle aufkommen. Seit 16. März sind alle Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt geschlossen, um die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zu verlangsamen. Es gibt lediglich eine Notbetreuung für Eltern, die in unverzichtbaren Berufen arbeiten.

Einige Kommunen hatten wegen der Schließungen bereits angekündigt, auf Elternbeiträge zunächst zu verzichten. So hatten Magdeburg und Stendal am Mittwoch mitgeteilt, die Erhebung auszusetzen. Sie zogen damit mit anderen Kommunen nach. Mehrere Landespolitiker hatten in den vergangenen Tagen gefordert, dass es eine landesweit einheitliche Lösung geben müsse und auf die Beiträge verzichtet werden sollte.

"Wir haben uns politisch geeint, dass wir handeln müssen", sagte Regierungschef Haseloff jetzt. Es sei deshalb entschieden worden, den April beitragsfrei zu stellen, weil die Einrichtungen bis mindestens 19. April geschlossen blieben und der März schon vorangeschritten sei. Allerdings liegt auch jetzt die letzte Entscheidung zum Verzicht auf Elternbeiträge bei den Kommunen, betonte Haseloff. Ob die Regelung verlängert wird, falls die Einschränkungen und Schließungen länger andauern, ließ er offen. "Kein Mensch kann jetzt in die Glaskugel gucken und sagen, wie lange das insgesamt dauert."