Naumburg (dpa/sa) - Die Entscheidung des Bundes, eine neue Gesellschaft für den Mobilfunkausbau in Naumburg anzusiedeln, ist für Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff ein starkes Signal für die dortige Kohleregion. Der Schritt sei ein Beleg dafür, dass die Bundesregierung es ernst meine mit den angekündigten Strukturhilfen, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesellschaft bringe innovative Arbeitsplätze und biete damit vor allem jüngeren Menschen eine attraktive Perspektive.

Ähnlich äußerte sich der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU). Die Ansiedlung sei ein starkes Signal für ländlich geprägte Gebiete, teilte er mit. "Ich hoffe, dass der Burgenlandkreis als Ganzes von der Expertise der Mobilfunkförderung profitiert." Ein flächendeckendes Netz sei heutzutage ein wichtiger Standortfaktor.

Zuvor hatte das Bundesverkehrsministerium bekannt gegeben, dass die neue staatliche Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft in Naumburg, der Kreisstadt des Burgenlandkreises, ihren Sitz haben soll. Geplant ist es, schrittweise bis zu 100 Jobs dort anzusiedeln. Die Einrichtung soll die derzeit mehr als 4000 "weißen Flecken" ohne stabilen Mobilfunkempfang in Deutschland beseitigen. Sie soll Förderprogramme initiieren, bei der Suche nach geeigneten Standorten für Mobilfunkmasten helfen und für schnellere Genehmigungsverfahren sorgen.

Haseloff dringt seit Langem darauf, dass es für gleichwertige Lebensbedingungen mehr Bundeseinrichtungen im ländlichen Raum und im Osten geben muss. Im Zuge des besiegelten Ausstiegs aus der klimaschädlichen Braunkohleverstromung bis 2038 sollen die betroffenen Revierregionen Fördermittel und besondere Infrastrukturmaßnahmen des Bundes bekommen. Zuletzt gründete der Bund bereits seine Cyberagentur im Raum Halle/Leipzig.