Magdeburg (dpa/sa) - Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnte laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff bald ein zweifacher Test vorgeschrieben werden, um eine Infektion mit dem Coronavirus auszuschließen. Bei Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Montag sei man sich einig gewesen, dass die jetzigen Testmodalitäten als Momentaufnahme medizinisch nicht belastbar seien, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Magdeburg. Vielmehr gebe erst ein zweiter Test nach fünf bis sieben Tagen Sicherheit.

Bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche könnten daher neue Regeln festgelegt werden, so Haseloff. Derzeit werde geklärt, welche technischen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für einen zweiten Test notwendig seien. In vielen Bereichen werde jetzt schon doppelt auf das Coronavirus getestet. Als Beispiel nannte Haseloff Krankenhäuser und Pflegeberufe.

Seit Anfang August müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten nicht mehr zwingend zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben, sondern können innerhalb von drei Tagen einen Corona-Test machen. Ist er negativ, gelten keine weiteren Auflagen. Die Kosten für den Test übernimmt der Bund. Auch Menschen, die aus Ländern zurückkehren, die nicht als Risikogebiet gelten, können sich kostenlos testen lassen.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat die doppelte Testpflicht schon selbst umgesetzt: Bildungsminister Marco Tullner (CDU) durfte am Dienstag nur per Videoschalte an der Kabinettssitzung teilnehmen. Er war am Wochenende von der kurz zuvor zum Risikogebiet erklärten spanischen Urlaubsinsel Mallorca zurückgekehrt und hat bisher nur ein negatives Testergebnis.