Magdeburg (dpa) - Möglichst schon zu Saisonbeginn im September sollen nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff Zuschauer bei Spielen im Profifußball wieder dabei sein. "Das Ziel sollte sein, dass wir mit dem Saisonstart allmählich den Zuschauerverkehr hinbekommen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag der "Mitteldeutschen Zeitung" nach einer Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten.

Er schloss sich damit nicht der Entscheidung der Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom Vortag an. Sie hatten sich auch wegen der zuletzt wieder steigenden Zahlen der Corona-Infektionen gegen eine Teil-Rückkehr der Fans in die Stadien bis zum 31. Oktober vorerst ausgesprochen.

"Wir müssen den Einstieg finden", sagte Haseloff indes. Dabei hat er nicht nur die Bundesliga und die 2. Bundesliga im Blick, sondern auch die 3. Liga. Der Betrieb in allen drei Ligen beginnt am 18. September. Eine Woche zuvor findet die erste Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs statt.

Haselhoff betonte, er akzeptiere das Votum der Gesundheitsminister. Aus ökonomischen Gründen können viele Vereine Spiele aber ohne Zuschauer nicht mehr lange durchhalten. "Dass wir auf Dauer keine Geisterspiele verkraften, ist klar", sagte er. Er stellte in Aussicht, dass sich die Regierungschefs der 16 Bundesländer und die Bundesregierung bis Ende August auf ein Konzept einigen könnten, mit dem eine Wiedereröffnung der Stadien möglich würde.

Die Deutschen Fußballliga (DFL) hatte eine Konzept für eine Rückkehr der Fans schon zum Saisonstart vorgelegt. Es beinhaltet Maßnahmen wie ein Alkoholverbot, die Sperrung der Stehplätze und keine Gästefans. Die Gesundheitsminister hatten die Pläne grundsätzlich begrüßt, dennoch vorerst Zuschauer ausgeschlossen.