Halle (dpa/sa) - Die Staatsanwaltschaft Halle hat die Ermittlungen gegen einen Berufsschüler eingestellt, der in einem Klassenzimmer den Hitlergruß gezeigt und gerufen haben soll. Das sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" darüber berichtet. Ein Lehrer hatte den Schüler im Oktober 2018 angezeigt. Gegen den 18-Jährigen wurde wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt, wie der Sprecher sagte. Dies sei in der Öffentlichkeit strafbar.

Nach den Angaben soll der Schüler den Hitlergruß vor Unterrichtsbeginn in dem Klassenzimmer einer Berufsschule in Halle gezeigt haben. Damit sei in dieser Situation der Personenkreis für ihn erkennbar eingegrenzt gewesen, sagte der Sprecher zur Begründung der Verfahrenseinstellung. Eine Öffentlichkeit bestehe hingegen dann, wenn der Täter den zusehenden Personenkreis nicht übersehen könne, etwa auf einem Platz.

Der 18-Jährige habe die Vorwürfe gegen ihn während der Ermittlungen bestritten, sagte der Sprecher. Er verwies darauf, dass gegen die in diesem Monat erfolgte Einstellung des Verfahrens Beschwerde eingereicht werden könne. Diese müsse nicht zwangsläufig von dem Lehrer erfolgen, erklärte er.

Beitrag Mitteldeutsche Zeitung