Halle (dpa/sa) - Gut ein Jahr nach der ersten Fridays-for-Future-Demonstration sind Hunderte in Halle für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Rund 500 Menschen beteiligten sich mit Sprechchören, Musik, Plakaten und Fahnen an dem Protest, wie ein Sprecher der Umweltschützer mitteilte. "Wir feiern wütend unsere Geburtstagsfeier", sagte Sprecher Max-Ferdinand Zeh am Freitag. Der Lautsprecherwagen der Demo sei traditionell mit Muskelkraft geschoben worden. Veranstalterangaben zufolge fand am 18. Januar 2019 die erste Demo der Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future in Halle statt, einige Monate nach Beginn der Bewegung nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg.

"Wir sind jetzt seit einem Jahr auf der Straße, haben viel Aufmerksamkeit erreicht, aber es ist nicht genug passiert", sagte Zeh. Die nächste größere Demonstration in Halle ist für den 20. Februar vorgesehen. Ausnahmsweise werde an einem Donnerstag demonstriert. Anlass ist ein geplanter Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. "Wir wollen, dass die Politik endlich mal auf die Wissenschaft hört", sagte Zeh.

Der Zusammenschluss Scientists for Future unterstützt die Anliegen der Umweltbewegung. Eine Stellungnahme des Zusammenschlusses wurde eigenen Angaben zufolge von mehr als 26 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterzeichnet. Darin heißt es etwa: "Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus."