Halle (dpa) - Der Lohnabstand im Baugewerbe in Ost und West bleibt auch nach der jüngsten Tarifeinigung für die Branche gleich. Das errechnete das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Berücksichtige man alle Komponenten, dann steige der Tariflohn in diesem und im nächsten Jahr im Osten etwa gleich stark wie im Westen, teilten die Forscher am Dienstag mit. Der Lohnabstand betrage damit weiterhin sieben Prozent.

Die Tarifparteien hatten nach zähen Verhandlungen einen Schlichter angerufen und am vergangenen Wochenende seinen Spruch akzeptiert. Demnach sollen die rund 800 000 Bauarbeiter künftig deutlich mehr Geld bekommen. Im Westen steigen die Tariflöhne um 5,7 Prozent, dazu kommen drei Einmalzahlungen. Im Osten ist ein Plus von 6,6 Prozent in diesem sowie 0,8 Prozent im Jahr 2019 sowie eine Einmalzahlung vorgesehen.

Die IWH-Forscher bereinigten für ihre Berechnungen den jährlichen Tariflohnanstieg um das prognostizierte Plus bei der Inflation, den progressiven Anstieg der Lohnsteuer und die sinkenden Beiträge zur Sozialversicherung. Daraus ergebe sich für Ost wie West ein reales Plus der Nettolöhne von 3,5 Prozent in diesem und rund 4 Prozent im nächsten Jahr, hieß es.

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