Halle (dpa) - Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im August einer IWH-Studie zufolge weiter zurückgegangen. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Insolvenztrend des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hervorgeht, wurden im vorigen Monat bundesweit 697 Unternehmen insolvent gemeldet - das waren 22 Prozent weniger als im Juli und 26 Prozent weniger als im August 2019.

Der Rückgang sei allerdings mit den in der Corona-Krise gelockerten Regeln im Insolvenzrecht zu erklären, mit denen die Bundesregierung eine Pleitewelle in Folge der Corona-Pandemie verhindern wollte. So müssen überschuldete und zahlungsunfähige Unternehmen bis Ende September zunächst keinen Insolvenzantrag stellen.

Die von der Regierung beschlossene teilweise Rückkehr zur Antragspflicht bei zahlungsunfähigen Unternehmen ab Oktober werde "zu einem moderaten Anstieg der Insolvenzantragstellungen führen", prognostizierte IWH-Experte Steffen Müller.

Da dies zunächst allerdings nur für zahlungsunfähige, nicht aber für im Zuge der Corona-Krise überschuldete Unternehmen gilt, sei im Herbst noch nicht mit einer vollständigen Aufholeffekt zu rechnen. Basierend auf den Antragszahlen für August geht Müller davon aus, dass sich die Firmeninsolvenzen in den kommenden Monaten auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Mitteilung IWH