Magdeburg (dpa/sa) - Im Jugendvollzug in Sachsen-Anhalt landen immer häufiger Jugendliche mit Drogenproblemen oder psychischen Auffälligkeiten. Das zeige eine Auswertung der vergangenen zwei Jahre, teilte das Justizministerium nach der Kabinettssitzung am Dienstag mit. Die Gefangenen litten zunehmend an psychiatrischen Auffälligkeiten und Erkrankungen, die eine Behandlung erforderlich machten. Ursache dafür sei oftmals der Konsum von Drogen. Mehr als die Hälfte der Gefangenen hatte den Angaben zufolge ernsthafte Suchtprobleme.

In der Jugendanstalt in Raßnitz gibt es laut Ministerium 382 Haftplätze. Zum Stichtag 31.12.2018 waren 250 Plätze belegt - 110 Gefangene mit reiner Jugendstrafe und 140 sogenannte Jungtäter bis zum Alter von 26 Jahren. Im Durchschnitt waren die Gefangenen 22,4 Jahre alt.

Mehr als 70 Prozent der Jugendstrafgefangenen haben den Angaben zufolge keinen Schulabschluss. Mehr als 95 Prozent haben keinen Berufsabschluss. In der Jugendanstalt gibt es deshalb auch Angebote für Schul- und Weiterbildung. 2017/2018 schafften neun Gefangene den Hauptschulabschluss, 14 legten erfolgreich die Prüfung zum Realschulabschluss ab.