Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Weil der Verteidiger nicht erschienen ist, hat am Landgericht Dessau-Roßlau ein Prozess gegen den selbst ernannten "König von Deutschland", Peter Fitzek, nicht beginnen können. Das Gericht setzte das Verfahren am Mittwochmorgen aus. Mit zehn Minuten Verspätung war der 53-jährige Angeklagte zur Berufungsverhandlung erschienen. Er gab als Grund an, im Stau gestanden zu haben.

Fitzek war vom Amtsgericht Wittenberg wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in 27 Fällen und Beleidigung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Dagegen gingen sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Berufung. Die Straftaten soll Fitzek zwischen Juli 2014 und Mai 2016 begangen haben. Der Mann beschäftigt die Justiz seit langer Zeit an diversen Gerichten.

Fitzek hatte im Herbst 2012 auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Wittenberg sein "Königreich Deutschland" ausgerufen und sich zum Oberhaupt seines Fantasiestaates ernannt. In dem Jahr gab er auch seinen Führerschein zurück und fuhr stattdessen mit einem selbst gebastelten Führerschein.

Der Verfassungsschutz rechnet den Mann der sogenannten Reichsbürgerbewegung zu - er bestreitet dies. "Reichsbürger" erkennen den Staat und die deutschen Gesetze nicht an und weigern sich, Steuern, Sozialabgaben und Bußgelder zu zahlen.

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