Naumburg/Saale (dpa/sa) - In der Debatte um den bevorstehenden Strukturwandel in Kohlegebieten setzt Landrat Götz Ulrich vom Burgenlandkreis zunächst auf Infrastrukturprojekte. Der Fokus liege derzeit unter anderem darauf, ein Stadtbuskonzept für die Bergarbeiterstadt Hohenmölsen umzusetzen und ein Verladeterminal Straße/Schiene im Chemie- und Industriepark Zeitz zu bauen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zudem müssten Alt-Industriestandorte besser an Autobahnen und Zeitz an das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz nach Leipzig und Gera angebunden werden. Im Burgenlandkreis sitzt der Kohleförderer Mibrag, der einer der größten Arbeitgeber der Region ist.

Am Mittwoch sollen zudem Details bekanntgegeben werden, wie Bürger besser in den Strukturwandel eingebunden werden sollen. Sieben Landkreise und zwei Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich hierfür zusammengeschlossen. "Der Strukturwandel betrifft vor allem die Bürgerinnen und Bürger, die im Mitteldeutschen Revier leben. Deswegen ist es wichtig, dass sie bei den anstehenden Veränderungen einbezogen werden", teilte die Innovationsregion Mitteldeutschland mit.

Ab September sollen in sogenannten Zukunftswerkstätten "ein Leitbild für den Strukturwandel sowie Leitlinien für die zukünftige Regionalentwicklung" erstellt werden. Die Ergebnisse sollen zum Abschluss des Projekts im Februar 2020 in Form von Leitlinien an die sieben Landräte und zwei Oberbürgermeister weitergegeben werden. Anhand dieser könnten dann Projekte und Veränderungsprozesse in der Region bewertet werden.

Ende Januar dieses Jahres hatte eine vom Bund eingesetzte Kommission empfohlen, im Jahr 2038 aus der klimaschädlichen Verstromung der Braunkohle auszusteigen. Im Gegenzug sollen in den Revierregionen 40 Milliarden Euro investiert werden, um den Strukturwandel abzupuffern. Neben dem Mitteldeutschen Revier sind das Rheinische Revier in Nordrhein-Westfalen sowie das Lausitzer Revier in Sachsen und Brandenburg betroffen.