Arendsee/Magdeburg (dpa/sa) - Der Arendsee im Norden Sachsen-Anhalts hat seit vielen Jahren ein Algenproblem - und das soll behoben werden. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) will das Verfahren anwenden, das in diesem Jahr dem Barleber See im Norden Magdeburgs geholfen hat. "Wir sind dabei, die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung zusammenzutragen", sagte LHW-Direktor Burkhard Henning der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Er gehe aber nicht davon aus, dass der See vor 2022 saniert werden kann.

Das Problem: Im Arendsee steckt zu viel Phosphor, das das Wachstum von Blaualgen stark befördert. Für Badende ist der See immer wieder gesperrt. In diesem Sommer sei das Problem - trotz des potenziell begünstigenden Wetters - nicht ganz so groß gewesen wie in anderen Jahren, sagte Henning. Es habe nur eine kurze Sperrung gegeben.

Eine einzige Quelle für die große Menge Phosphor ist Henning zufolge trotz umfangreicher Suche nicht ausgemacht worden. Vielmehr seien allgemeine Umwelteinflüsse und frühere Abwasserbehandlungen als Ursache ausgemacht worden. Ziel der Wasserexperten ist, ein Aluminiumsalz in den See einzubringen, das den Phosphor bindet. Phosphor ist ein Nährstoff für die Algen.

Den Barleber See im Norden der Landeshauptstadt sieht Henning als positives Beispiel für eine Sanierung. In diesem Sommer waren dort laut der Stadt Magdeburg täglich rund 15 Tonnen Polyaluminiumchlorid eingebracht worden. Die Algen verschwanden. Das Prinzip: Der Stoff, der auch in Trinkwassertalsperren und Kläranlagen eingesetzt wird und über eine Lebensmittelzulassung verfügt, bindet große Mengen Phosphor und fällt auf den Grund des Sees. Schon Ende der 1980er Jahre war der Barleber See nach dem Prinzip von einer Algenplage befreit worden. Dass der Effekt rund 30 Jahre angehalten hat, sieht Henning als Erfolg.

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei zum Arendsee

Stadt Magdeburg zum Barleber See