Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Das Landesschulamt hat seit mehr als zwei Jahren erstmals wieder einen regulären Direktor. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) ernannte den bisherigen stellvertretenden Leiter, Gerhard Degner, am Donnerstag zum neuen Behördenchef in Halle, wie das Bildungsministerium mitteilte. Er werde "mit aller Kraft und Konsequenz" den Weg der serviceorientierten Gewinnung neuer Lehrkräfte fortsetzen, sagte Degner laut Mitteilung. Tullner erklärte, angesichts der großen Herausforderungen für die Schulverwaltung sei er froh, einen erfahrenen Verwaltungsfachmann an der Spitze des Schulamts zu haben.

Der 60 Jahre alte Degner ist seit September 2018 als Vize-Chef im Landesschulamt. Davor war er viele Jahre bei der Landespolizei, unter anderem als Chef der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau. Mit seiner jetzigen Berufung endet eine mehr als zweijährige Überbrückungszeit, in der Bildungs-Staatssekretärin Eva Feußner zusätzlich auch das Landesschulamt geleitet hatte. Wegen laufender juristischer Streitigkeiten konnte der Chefposten nicht früher besetzt werden.

Hintergrund war eine Personalentscheidung, die Tullner kurz nach seinem Antritt als Bildungsminister traf: Der CDU-Politiker hatte im November 2016 den damaligen Schulamtsleiter kurz vor dem Ende der zweijährigen Probezeit entlassen. Dieser wehrte sich über mehrere Gerichtsinstanzen juristisch. Inzwischen seien alle "besetzungshindernden Verfahren" abgeschlossen, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Weitere Details nannte er nicht.

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