Halle/Wiesbaden (dpa/sa) - Die durchschnittliche Lebenserwartung in Sachsen-Anhalt bleibt weiter deutlich unter dem Bundesschnitt zurück. Aktuell liegt sie hierzulande für neugeborenes Mädchen bei 82,7 Jahren, für neugeborene Jungen bei 76,4 Jahren, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Halle mitteilte. Damit liegt die Lebenserwartung bei den Mädchen 8 Monate unter der bundesweiten, bei den Jungen ist sie sogar 2 Jahre und 3 Monate geringer. Jungen in Sachsen-Anhalt haben damit im bundesweiten Vergleich die niedrigste Lebenserwartung.

Insgesamt hat sich die Lebenserwartung weiter erhöht, wie die Berechnungen der aktuellen Sterbetafel von 2017/19 im Vergleich zum 2016/18 zeigten. Bei neugeborenen Mädchen seien 22 und bei Jungen 40 Tage hinzugekommen. Seit der Sterbetafel 1991/93 habe die Lebenserwartung für weibliche Neugeborene um 5 Jahre und 11 Monate zugelegt, für männliche Neugeborene um 7 Jahre. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern mit Blick auf die Lebenserwartung sei von 7 Jahren und 5 Monaten auf nun 6 Jahre und 4 Monate geschrumpft.

Wie das Statistische Bundesamt berichtete, werden im bundesweiten Schnitt Mädchen rechnerisch 83,4 Jahre alt, neugeborene Jungen 78,6 Jahre. Werde nicht nur die aktuelle Situation betrachtet, sondern auch die künftige Entwicklung auf Basis gegenwärtig absehbarer Trends berücksichtigt, könnte nach einer Modellrechnung die durchschnittliche Lebenserwartung der heute geborenen Kinder noch deutlich höher liegen: Mädchen könnten danach bis zu 93 Jahre alt werden und Jungen bis zu 90 Jahre.

Dabei gibt es regionale Unterschiede: Im Ländervergleich haben nach den aktuellen Sterbetafeln Mädchen in Baden-Württemberg mit 84,2 Jahren sowie dort geborene Jungen mit 79,8 Jahren die höchste Lebenserwartung bei der Geburt. Die niedrigsten Werte bei Mädchen weisen diese im Saarland mit 82,2 Jahren auf.

Pressemitteilung Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Mitteilung des Statistischen Bundesamtes