Magdeburg (dpa/sa) - Die Linke warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Verschärfung der Kinderarmut in Sachsen-Anhalt. Die Pandemie habe "wie ein Brennglas" gewirkt, sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Linken im Landtag, Eva von Angern, am Donnerstag. Etwa im Bildungsbereich habe die Krise Kinder aus einkommensschwachen Familien besonders hart getroffen, weil ihre Eltern etwa keine Computer oder Drucker zu Hause haben, weshalb die Kinder nicht gut am Heimunterricht hätten teilnehmen können.

Rund 100 000 Kinder in Sachsen-Anhalt sind nach Berechnungen der Linken derzeit von Transferleistungen des Staates abhängig. Bundesweit habe sich die Zahl der Betroffenen seit Beginn der Pandemie teilweise verdreifacht, sagte von Angern. Das hänge unter anderem mit dem großen Anstieg der Kurzarbeit in der Krise zusammen. Mit einer Großen Anfrage an die Landesregierung will die Partei nun genauere Daten zur Entwicklung der Kinderarmut im Land erfahren.

"Wir haben ein erhebliches Problem", sagte von Angern. Die 15 Euro Zuschlag aufs Kindergeld, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat, würden gerade bei einkommensschwachen Familien nicht ankommen, da das Kindergeld in Deutschland auf die Transferleistungen angerechnet wird. Die familienpolitische Sprecherin der Fraktion, Monika Hohmann, forderte unter anderem, die Kinderarmut auch durch eine sozialere Wohnungspolitik zu bekämpfen. Außerdem müsse Sachsen-Anhalt sich für eine breitere Schulbildung einsetzen. Etwa jeder vierte Jugendliche verlasse die Schule im Land mit einem Hauptschulabschluss oder ganz ohne Abschluss, das sei "Wahnsinn", sagte Hohmann.

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