Magdeburg (dpa/sa) - Die Planungen für den Neubau einer Synagoge in Magdeburg sind am Dienstag einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Synagogengemeinde Wadim Laiter unterzeichneten einen Vertrag zur Übertragung eines kommunalen Grundstücks an die Gemeinde. Dort soll in den kommenden Jahren das neue jüdische Gotteshaus gebaut werden. "Dies ist ein Tag der Zuversicht und Hoffnung", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, der ebenso wie Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (beide CDU) an der Zeremonie teilnahm.

Das Land fördert den Neubau mit 2,8 Millionen Euro. Ein Förderverein will 400 000 Euro an Spendengeldern aufbringen. Derzeit stehen nach Angaben des Vereins bereits fast 300 000 Euro bereit. Die Synagoge in Magdeburg war am 9. November 1938 verwüstet, schließlich gesprengt und ein Jahr später abgetragen worden. 1933 hatte die jüdische Gemeinde rund 2300 Mitglieder, 1945 waren es nur noch 83. Seit 1990 ist sie vor allem durch Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion auf etwa 500 Mitglieder angewachsen. Neben der orthodoxen Synagogengemeinde gibt es auch eine liberale Gemeinde, die der Union Progessiver Juden angehört. Sie will den Neubau nicht nutzen, weil dort Gottesdienste nur nach orthodoxem Ritus gehalten werden sollen.

Für Empörung sorgte der Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt, als er im September den Einsatz von Steuergeldern für den Neubau infrage stellte. Die jüdischen Gemeinden hätten bereits rund 1,5 Millionen Euro aus Landesmitteln erhalten. "Diese Mittel können und sollten aus Sicht unseres Landesverbandes auch für den eventuellen Neubau von Sakralbauten angesammelt und eingesetzt werden", teilte der Verein mit. Die Fraktionen von SPD und Linken im Landtag wiesen die Kritik umgehend zurück.

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Förderverein Neue Synagoge Magdeburg