Magdeburg/Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind laut Sozialministerium bisher 1225 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das seien acht Menschen mehr gewesen als am Montag, teilte das Ministerium in Magdeburg mit. Den Angaben zufolge sind bislang 26 Infizierte gestorben. 142 Covid-19-Patienten würden in Krankenhäusern behandelt. Geschätzt wird laut Ministerium, dass schon 759 Menschen wieder genesen sind.

Den Angaben zufolge sind in der kreisfreien Stadt Halle mit 261 bei weitem die meisten Corona-Fälle registriert worden. 142 positiv Getestete gebe es im Landkreis Wittenberg, 145 im Landkreis Harz. In Magdeburg seien 96 Fälle gemeldet worden. Unterdessen ist in Halle jetzt beim Einkauf auf dem Wochenmarkt eine Mund-Nasen-Maske zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus für Händler und Besucher Pflicht.

Über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten. Die in Halle ansässige Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte sich im Vorfeld in einer Stellungnahme unter anderem für die schrittweise Wiedereröffnung von Schulen ausgesprochen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellierte an die Politik, die Kinder und Lehrer ausreichend zu schützen. Der Bildungsminister könne zwar anweisen, welche Klassen zuerst wieder unterrichtet werden sollten, teilte die GEW in Magdeburg mit. Kommunen und Kreise als Schulträger seien aber für die Verbesserung der Hygienevorschriften und des Infektionsschutzes vor Ort zuständig.

Es gehe nicht nur darum, wie viele Schülerinnen und Schüler in einen Klassenraum dürften. Es müssten auch Desinfektionsmittel und Mundschutz in den Schulen bereitstehen. Zudem müsse darüber geredet werden, dass Klassenräume und vor allem Toiletten täglich intensiv gereinigt werden. Zahlreiche Schulträger hätten wegen knapper Kassen in den vergangenen Jahren nur das Notwendigste veranlasst.

Die Bildungsgewerkschaft wies zudem darauf hin, dass Lehrkräfte bisher nicht zu den systemrelevanten Berufen gehörten und ihren eigenen Kindern daher keine Notbetreuung zustehe. Sie forderte zudem, den arbeitsmedizinischen Dienst bei der Planung der Schulöffnungen einzubeziehen, um Vorerkrankungen und Gefährdungen zu beurteilen. Zwei Drittel der Unterrichtenden seien 50 Jahre oder älter, das seien fast 10 000 Beschäftigte.

Stellungnahme der Leopoldina