Magdeburg (dpa/sa) - Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind mit weit auseinander liegenden Vorstellungen in die Tarifverhandlungen für die sachsen-anhaltischen Metall- und Elektroindustrie gestartet. Die Gewerkschaft IG Metall will wie auch in anderen Bundesländern ein Entgeltplus von vier Prozent in einem Jahr durchsetzen und argumentiert unter anderem damit, dass der private Konsum derzeit entscheidend sei, um die Lage nach dem Wirtschaftseinbruch im Frühjahr zu stabilisieren.

Diese Forderung grenze an Realitätsverweigerung, sagte der Chef des Landesverbands der Metall- und Elektroindustrie (VME), Andreas Klatschow, nach der ersten Tarifrunde am Donnerstag in Magdeburg. Viele Unternehmen verzeichneten weniger Auftragseingänge, weniger Umsätze und große Unsicherheit. Zusätzliche Belastungen könnten sie nicht stemmen. Aus Sicht der Arbeitgeber müsse es zwei Jahre ohne Lohnplus geben, sagte Klatschow. "Wir brauchen Planungssicherheit."

Die Tarifparteien trafen sich für die ersten Gespräche wegen der Corona-Lage nur im kleinen Kreis. Die Verhandlungen wurden vertagt, genau wie schon am Mittwoch für die niedersächsische Branche. Am 26. Januar soll in Sachsen-Anhalt weiter verhandelt werden. Der Flächentarifvertrag gilt laut VME für rund 10 000 Beschäftigte. Die meisten arbeiten im Maschinen- und Anlagenbau.