Berlin/Dresden (dpa/sn) - Sachsens Demokratieministerin Katja Meier (Grüne) hat mehr Chancengerechtigkeit für die nach der Wiedervereinigung im Osten Geborenen gefordert. "Wir sollten uns um Chancengerechtigkeit für unsere Kinder bemühen, um jene 30 Prozent, die gar nicht wissen, wovon wir eigentlich reden, wenn es um die DDR geht", sagte sie am Freitag vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit im Bundestag. Diese Generation verstünde nicht, was ein "Wessi", was ein "Ossi" sei und höre einfach nur, "dass wir uns sprachlich mit gehässigen Verniedlichungsformen überziehen, die uns allesamt einfach nur kleinmachen".

Die Ostdeutschen sollten mehr Selbstwertgefühl und mehr Einfluss entwickeln und dafür die Fähigkeiten der Wendegenerationen wie Flexibilität, Durchsetzungsvermögen, Anpassungsfähigkeit nutzen, sagte Meier. "Ein Bewusstsein für diese Leistungen zu entwickeln, ist eine Aufgabe für alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands."