Magdeburg (dpa/sa) - Nach Streiks und anschließenden Kündigungen ernten die Ameos-Kliniken in Sachsen-Anhalt heftige Kritik. Die Landesleiterin des DGB im Land, Susanne Wiedemeyer, erklärte am Mittwoch: "Das Vorgehen von AMEOS ist unwürdig und unsozial. Die Einschüchterungsversuche müssen beendet und die ausgesprochenen Kündigungen zurückgenommen werden." Das Unternehmen solle sich mit den Beschäftigten und Gewerkschaften an einen Tisch setzen und einen längst überfälligen Tarifvertrag aushandeln. In dem festgefahrenen Konflikt sei auch dei Politik als Vermittler gefordert.

Am Mittwoch wiesen zudem die Tafeln des Landes als solidarische Geste eine Sachspende des Unternehmens zurück. Es sei ein für die Tafeln nicht zu akzeptierender Vorgang, wenn Arbeitnehmer entlassen würden, die von ihrem Streikrecht Gebrauch machten, schrieb Andreas Steppuhn, Landesvorsitzender der Tafeln Sachsen-Anhalt an das Unternehmen und machte die Sache öffentlich.

Am Dienstag hatte Ameos-Regionalchef Lars Timm die Kündigungen von Mitarbeitern damit erklärt, dass das Unternehmen damit auf Erlösausfälle reagiere. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wurden 14 Beschäftigte entlassen, der Gewerkschaft zufolge im Zusammenhang mit Warnstreiks der vergangenen Wochen. An denen hatten sich laut Verdi insgesamt mehr als 1800 Beschäftigte beteiligt, um an den ehemals kommunalen Kliniken im Salzlandkreis Tarifverträge und bessere Bezahlung durchzusetzen.

Die Geschäftsführung des Ameos-Klinikums in Schönebeck hatte den Tafeln laut Steppuhn 180 Nordmanntannen zur Verteilung an Bedürftige angeboten. Die Bäume seien 1,40 bis 1,60 Meter groß, bereits eingenetzt und stünden zur Abholung bereit. In der Antwort Steppuhns an das Klinikum hieß es, die Tafeln würden derartige Spenden grundsätzlich gerne annehmen. Die angebotenen Tannen lehnten die Tafeln jedoch ab. "Wir erwarten von Ameos, dass sie sich zur Sozialpartnerschaft im Rahmen der Tarifautonomie bekennt, statt Arbeitnehmerrechte mit Füßen zu treten", hieß es zur Begründung.

Steppuhn, der auch stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Magdeburger Landtag ist, war von 1991 bis 2001 Landesvorsitzender der Gewerkschaft IG Bau in Sachsen-Anhalt. Von 2001 bis 2012 gehörte er dem Bundesvorstand der Gewerkschaft an. Seit 2015 ist er Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Sachsen-Anhalt.

Tweet von Andreas Steppuhn

Pressemitteilung DGB Sachsen-Anhalt