Halle (dpa/sa) - Vier Wochen nach dem rechtsextremen Terroranschlag von Halle sollen die zahlreichen Kerzen, Blumen und Beileidsbekundungen auf dem Marktplatz entfernt und archiviert werden. Das Areal am Fuß der halleschen Marktkirche soll am Mittwoch in pietätvoller Weise aufgeräumt werden, wie der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis am Freitag mitteilte. Noch brennende Kerzen sollen in die Marktkirche gebracht werden und dort bleiben, bis sie erlöschen.

"Abgelegte Trauergaben wie Texte, Zeichnungen und Fotos, werden vorerst durch die Marktgemeinde gesichert", heißt es in der Mitteilung des Kirchenkreises. Die Angehörigen der beiden Opfer sollen dann im Beisein von Seelsorgern und in aller Stille die Möglichkeit haben, für sie wichtige Erinnerungen an sich zu nehmen. "Die restlichen Trauergaben werden an das Stadtarchiv beziehungsweise das Stadtmuseum übergeben, um die Ereignisse der zurückliegenden Tage nicht in Vergessenheit geraten zu lassen."

Die Trauerbekundungen vor der Synagoge in Halle waren zum Großteil bereits vor mehreren Tagen nicht mehr am Tatort. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" am Freitag berichtete, soll der Bürgersteig vor dem Kiez-Döner, der zweite Tatort, insgesamt 40 Tage lang abgesperrt bleiben. Auch hier waren Dutzende Kerzen, Blumen und Nachrichten niedergelegt worden. Damit komme die Verwaltung dem Wunsch nach einer 40-tägigen Trauerzeit nach, heißt es in dem Bericht.

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan scheiterte, erschoss der Täter eine Passantin vor dem Gotteshaus und einen Mann in demDöner-Imbiss. Der 27 Jahre alte Deutsche sitzt in Untersuchungshaft. Er hat antisemitische und rechtsextremistische Motive eingeräumt.