Magdeburg (dpa/sa) - Mehrere Hundert Land- und Forstwirte haben vor der Magdeburger Staatskanzlei gegen die Umsetzung des europäischen Artenschutzprojekts Natura 2000 protestiert. Bauernverbandspräsident Olaf Feuerborn forderte eine umfassende Überarbeitung der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Verordnung. "Wir sind die, die diese Naturlandschaft geschaffen haben - und wir wollen sie auch erhalten", sagte Feuerborn vor den mit Trillerpfeifen und grünen Warnwesten ausgestatteten Demonstranten am Dienstag.

Statt Verbote auszusprechen müsse aber mit den Menschen vor Ort gesprochen werden. Auf Einwendungen von Betroffenen habe es keine Antworten gegeben. Viele Landwirte seien zu freiwilligen Naturschutz bereit. Wirtschaftlichkeit müsse aber an erster Stelle stehen.

Land- und Forstwirte fürchten wegen Natura 2000 Einschränkungen bei der Nutzung von Flächen. Das EU-Projekt soll ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten schaffen. In Sachsen-Anhalt sind elf Prozent der Landesfläche betroffen. Auf Plakaten der Demo-Teilnehmer war zum Beispiel "Sachsen-Anhalt schafft die Landwirtschaft ab!!!" zu lesen.

Feuerborn kritisierte zudem unklare Regeln für Ausgleichszahlungen. In der Verordnung heiße es lediglich, es könne solche Zahlungen geben. Das sei zu wenig. "Wir brauchen verbindliche Zusagen." Der Chef des Waldbesitzerverbands, Franz Prinz zu Salm-Salm, warf der Landesregierung und Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne) vor, über die Köpfe der Menschen hinweg zu entscheiden.