Halle (dpa/sa) - Immer weniger Menschen besuchen die öffentlichen Bibliotheken in Sachsen-Anhalt. Insgesamt wurden 2017 gut 2 037 000 Besucher verzeichnet, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes in Halle mitteilte. Das entspricht einem Minus von fast 90 000 seit 2013. Auch die Zahl der Nutzer sank in dem Zeitraum um rund 16 000 auf knapp 116 000 Menschen. Ein Grund dafür könnten erhöhte Nutzungsgebühren sein, sagte die Sprecherin. Zum anderen wurden 2017 die Öffnungszeiten verkürzt. Durchschnittlich hatten die Bibliotheken 22,4 Stunden pro Woche geöffnet - 2016 waren es mit 23,9 noch 1,5 Stunden mehr gewesen.

Grund für die Reduzierung sei unter anderem die Personalsituation: Zwar arbeiteten 2017 mit 386 Beschäftigten drei Menschen mehr als noch 2016 für die Einrichtungen. Dafür gebe es weniger Fachpersonal. Fast zehn dieser Stellen fielen den Angaben zufolge 2017 weg.

Auch ein Preisanstieg bei Büchern und anderen Medien mache den Bibliotheken zu schaffen. Dadurch könnten weniger Werke gekauft werden. Zudem sei teilweise der Medienetat gekürzt worden. Das wiederum führe zu höheren Nutzungsgebühren.

Allerdings werde in den Einrichtungen mehr Zeit verbracht, erklärte das Landesverwaltungsamt. "Grundsätzlich entwickeln sich die öffentlichen Bibliotheken immer mehr zu einem "dritten Ort"", sagte die Sprecherin. Die Beobachtung zeige, dass Besucher nicht nur Medien ausliehen, sondern auch verweilten.

Zudem wurden mehrere Bibliotheken modernisiert und der Service verbessert. In Halle und Magdeburg stehen mittlerweile Rückgabeautomaten, mehrere Einrichtungen bieten digitale Führungen an, viele sind mit Tablet-Computern ausgestattet.