Berlin (dpa) - Der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), hält es für "menschlich verständlich", wenn Ausländer im Osten Deutschlands skeptisch betrachtet werden. "Auch heute noch ist der Osten des Landes deutlich homogener als der Westen. Die Erfahrung ist einfach nicht da", sagte Hirte der "Welt" (Freitag). "Es ist menschlich verständlich, wenn man auf Fremdes aus Angst vor Veränderung zunächst mit Ablehnung reagiert", fügte er hinzu. Zur Lebenserfahrung der Menschen aus der DDR gehöre, "dass ein vermeintlich stabiles System zusammenbrechen kann".

Die Politik müsse diejenigen "ernst nehmen, die sich - auch lautstark - äußern", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. "Im Gespräch mit Bürgern haben Sie oft mit sehr ungefilterten Argumenten zu tun. Da darf man sich nicht angewidert abwenden, sondern muss darauf eingehen." Sonst stärke man die Ränder. Am Ende gehe es darum, Wähler der AfD zurückzugewinnen, so Hirte. Er hatte das Amt des Ostbeauftragten im März von der SPD-Politikerin Iris Gleicke übernommen.