Neubrandenburg (dpa/mv) - Die Beschäftigten in den ostdeutschen Molkereien fordern bei der bevorstehenden Tarifrunde 200 Euro mehr Lohn pro Monat. Die Verhandlungen mit dem Milchindustrieverband beginnen am Mittwoch in Berlin, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Dienstag in Neubrandenburg mitteilte. Die meisten der elf Betriebe des ostdeutschen Tarifgebietes mit rund 7500 Beschäftigten liegen demnach in Mecklenburg-Vorpommern.

"Während der Corona-Krise haben wir die Versorgung der Bevölkerung gesichert, dafür haben wir gerne Extra-Schichten geschoben und so zusätzliche Gewinne erwirtschaftet", sagte Marcus Grabbert als Betriebsratsvorsitzender der DMK-Group Altentreptow. Dort stellen etwa 430 Mitarbeiter Käse und Molke zur Weiterverarbeitung her. Zudem will der NGG-Landesbezirk Ost die Angleichung der Entlohnungs- und Arbeitszeitregelungen im Vergleich zum Westen.

Der Gewerkschaft zufolge ist der Umsatz der Branche in den ostdeutschen Bundesländern kontinuierlich gewachsen und liegt bei rund fünf Milliarden Euro jährlich. Im ersten Halbjahr 2020 und während der Corona-Krise sei das Wachstum sogar noch stärker gewesen, teilte die NGG unter Berufung auf den Milchindustrie-Verband in seinem aktuellen Milch-Politikreport mit. So seien 0,5 Prozent mehr Milch verarbeitet worden als im Vorjahreszeitraum und es seien 3,4 Prozent mehr Käse produziert worden.