Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Polizei will die Einhaltung der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu Beginn der Osterferien sehr intensiv kontrollieren. Das kündigte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage an. Angesichts der europaweiten Entwicklung der Pandemie gebe es derzeit keine wichtigere Herausforderung zu bewältigen. Ein besonderer Appell richte sich an Menschen aus anderen Bundesländern, für Ausflüge nicht nach Sachsen-Anhalt einzureisen. Wer trotz Verbots eine touristische Fahrt nach Sachsen-Anhalt unternehme, müsse mit 400 Euro Bußgeld rechnen.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Polizei viele Touristen aus anderen Bundesländern kontrolliert, die für Ausflüge in den Harz gefahren waren. Auch damals waren diese Unternehmungen schon per Landesverordnung verboten. Seit Donnerstag gibt es jedoch einen Bußgeldkatalog, der auch die Höhe der Bußgelder für Touristen festlegt. Wer uneinsichtig ist und wiederholt gegen das Verbot verstößt, kann deutlich höhere Bußgeldsummen aufgebrummt bekommen.

Das Innenministerium appellierte auch an die Sachsen-Anhalter, ihre sozialen Kontakte trotz der anstehenden Osterfeiertage zu minimieren und auf übliche Bräuche zu verzichten. Ordnungsamt und Polizei können pro Person 250 Euro Strafe für all jene verhängen, die auf öffentlichen Plätzen feiern, picknicken oder grillen. Die gleiche Summe wird fällig, wenn die Sachsen-Anhalter mit mehr als einem Menschen unterwegs sind, der nicht mit ihnen unter einem Dach lebt.

Zuvor hatte bereits Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) appelliert, von Ausflügen, Reisen und Verwandtenbesuchen rund um Ostern abzusehen. Für ihn sei das auch schwer, weil es das erste Osterfest überhaupt sei, das er ohne christliche Liturgie und ohne Zusammenkunft mit seiner ganzen Familie verbringen müsse. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) verwies zwar darauf, dass es durchaus gestattet ist, für Osterspaziergänge auch in Parks im Umland zu fahren. Haseloff fing das jedoch gleich wieder ein und verwies darauf, dass die geltenden Regelungen, die sozialen Kontakte zu minimieren, auch zufällige Kontakte in Parkanlagen einschließe.