Erfurt (dpa) - Nach Dutzenden Anfragen zu möglichen Pilzvergiftungen hat das Gemeinsame Giftinformationszentrum von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ) auf Gefahren beim Pilzesammeln hingewiesen. Oft werde etwa der Champignon mit dem giftigen Karbol-Egerling verwechselt, teilte das Zentrum am Montag in Erfurt mit. Der Pilz könne etwa Übelkeit und Erbrechen auslösen. Noch dramatischer könne eine Verwechslung von Champignons mit dem Grünen Knollenblätterpilz sein: Schon wer 50 Gramm des Fruchtkörpers isst, könne sein Leben aufs Spiel setzen, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie.

Das GGIZ berichtet von einem deutlichen Anstieg von Vergiftungs- und Vergiftungsverdachtsfällen seit Mitte September. 221 Fälle hat das Zentrum im Vormonat erfasst. Seit Anfang Oktober seien die Berater in bislang 128 Fällen gefragt gewesen. "Nachdem aufgrund der trockenen Witterung in den Frühjahrs- und Sommermonaten relativ wenige Pilze gewachsen sind, scheint es jetzt zu einer regelrechten Pilzschwemme zu kommen", begründet das Zentrum den Anstieg. Ehrenamtliche Sachverständige unterstützen das GGIZ dabei, Pilze zu identifizieren - idealerweise, bevor diese gegessen werden.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sei es wichtig, Essensreste oder auch Erbrochenes aufzubewahren. Das mache es möglich festzustellen, um welche Vergiftung es sich handelt und was dagegen unternommen werden kann.

GGIZ

Deutsche Gesellschaft für Mykologie über den Grünen Knollenblätterpilz