Magdeburg (dpa/sa) - Der Landeselternrat Sachsen-Anhalt bezweifelt, dass der Plan der Landesregierung zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs aufgeht. "Wie das funktionieren soll, ist mir noch nicht klar", sagte der Vorsitzende Matthias Rose der Deutschen Presse-Agentur. "Ich sehe nicht, wie etwa die Abstandsregeln in den Klassenräumen, auf dem Pausenhof oder in Schulen eingehalten werden sollen."

Am Freitag hatte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) seinen Zeitplan für die schrittweise Wiederöffnung der Schulen vorgestellt. Zuerst sollen demnach Schüler, die in diesem Schuljahr ihren Abschluss machen, wieder zum Unterricht erscheinen. Ab kommendem Donnerstag dürfen Prüfungsvorbereitungen an den Schulen stattfinden. Ab 4. Mai starten dann die schriftlichen Abiprüfungen, eine Woche später die Realschulprüfungen. Ebenfalls ab 4. Mai soll der Unterricht in den Schulen wieder für Schüler beginnen, die im kommenden Schuljahr ihren Abschluss machen sollen.

Elternrat Rose begrüßt zwar, dass die Abschlussprüfungen wie geplant stattfinden können, bezweifelt aber, dass sich in der Zeit der Schulschließungen alle Schüler gleich gut darauf vorbereiten konnten. Das habe viel mit dem sozialen und familiären Umfeld der Schüler zu tun. Auch seien die wenigstens Lehrer dafür geschult gewesen, auf Formen des digitalen Unterrichts auszuweichen. Die meisten Schüler hätten keinen Unterricht übers Internet bekommen. "Das Glück hatten nur wenige", sagte Rose.