Gardelegen/Stendal (dpa/sa) - Eine Protestaktion auf einem Truppenübungsplatz bei Letzlingen in der Altmark ist laut Polizei friedlich abgelaufen. Die rund 20 Demonstranten beendeten am Samstagabend ein Feldlager, wie die Organisatoren mitteilten. Sie hatten am Freitag ihre Zelte aufgeschlagen und Transparente aufgehängt, um gegen militärische Übungen zu demonstrieren.

Anders als in früheren Jahren sei es während des gesamten Zeitraumes nicht zu strafbaren Handlungen gekommen, teilte die Stendaler Polizei mit. Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern waren seit Dienstag im Einsatz, nachdem zu den jährlich wiederkehrenden Protesten aufgerufen worden war. Auch nach dem Abzug der Aktivisten blieb er ruhig, wie ein Sprecher der Bundeswehr am Sonntag sagte. "Aber wir bleiben wachsam, weil die Aktion offiziell bis Montag angemeldet ist."

Schon seit 2014 ruft die "Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen" immer wieder zu "Besetzungen" des militärischen Gebietes auf. Die Beteiligten setzen sich für eine nicht-militärische Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide ein, demonstrieren gegen Krieg und die Investition in die inzwischen fast fertiggestellte militärische Übungsstadt Schnöggersburg, in der Soldatinnen und Soldaten auf Auslandseinsätze vorbereitet werden sollen.

Dabei kam es laut Polizei in früheren Jahren etwa auch zu Sachbeschädigungen und Hausfriedensbruch. In diesem Jahr schlägt nur das Betreten des militärischen Sicherheitsbereichs auf, das als Ordnungswidrigkeit gewertet wird.

Mit Hilfe der Polizei waren am Freitag die Personalien der Anwesenden überprüft worden. Diese hätten in ihrem Zeltlager am Ort des ehemaligen Heidedorfs Salchau Workshops und Lesungen veranstaltet sowie eine Leseecke und einen Friedenspfad eingerichtet, teilten sie am Samstag per Mitteilung mit. Das Heidedorf Salchau war 1936 wegen des Truppenübungsplatzes abgerissen worden.

Infos "Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen"

Infos Gefechtsübungszentrum Heer