Magdeburg (dpa/sa) - Der kürzlich begonnene Prozess um den Rentner im Harz, der von seiner Haushalthilfe getötet worden sein soll, steht womöglich vor dem Ende. Da die Beweisaufnahme weitgehend abgeschlossen ist, werden am Donnerstag (9.00 Uhr) am Landgericht Magdeburg Plädoyers und Urteil erwartet. Eine heute 62-jährige Frau hatte gestanden, den 1920 geborenen Mann mit einem Beil in dessen Haus in Rieder getötet zu haben. Aus Notwehr, weil er sie sexuell bedrängt haben soll. Viele Jahre hatte sie ihn als Haushaltshilfe betreut.

Ihrer Aussage zufolge geschah die Tat bereits 1995, die Staatsanwaltschaft geht von 2001 aus. Dann wäre die als Totschlag eingestufte Tat - anders als bei einer Tatzeit im Jahr 1995 - nicht verjährt. Zuletzt hatten unter anderem zwei Töchter des Getöteten vor Gericht gesagt, dass sie ihren verhassten Vater im Jahr 2001 noch gesehen hätten. Eine Rechtsmedizinerin hatte außerdem Zweifel am Tatablauf geäußert, wie ihn die Angeklagte geschildert hat.

2016 war überhaupt erst bekannt geworden, dass der Senior schon lange nicht mehr lebte. Die Krankenkasse war stutzig geworden. Die Angeklagte soll über Jahre - mindestens von März 2004 bis September 2015 - rund 105 000 Euro Rente des Mannes kassiert haben. Auch das hatte sie zugegeben und von damaliger Spielsucht berichtet.