Halle/Teutschenthal (dpa/sa) - Seit Monaten beschweren sich Anwohner der Grube Teutschenthal über üble Gerüche, jetzt rückt die Schließung eines Freilagers für Abfälle einen Schritt näher: Das Verwaltungsgericht Halle lehnte eine Beschwerde des Betreibers gegen die Räumung ab, wie eine Sprecherin am Mittwoch sagte. Das Landesamt für Geologie und Bergbau (LAGB) hatte am 7. März die Schließung innerhalb einer sechswöchigen Frist angeordnet.

Ob und wann das Lager tatsächlich geräumt wird, steht aber auch nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts noch nicht fest. Die GTS Grube Teutschenthal GmbH & Co. KG teilte mit, man habe Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Magdeburg eingelegt.

Das Verwaltungsgericht teilte der Sprecherin zufolge die Ansicht des LAGB, dass die Genehmigung zum Betrieb des Freilagers erloschen ist. Der Betreiber sei schon vor Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle für die Abfälle zu errichten. Das sei aber bis heute nicht passiert. Aus Sicht des Wirtschaftsministeriums verstößt der Betrieb des Freilagers deshalb auch gegen immissionsschutzrechtliche Bestimmungen.

In der Grube, in der früher Kalisalz gewonnen wurde, werden heute Industrieabfälle eingelagert. Mit ihnen werden die unterirdischen Hohlräume gefüllt, um Erdsenkungen oder erdbebenartige Erscheinungen zu verhindern. Seit Monaten gibt es heftige Proteste von Anwohnern wegen einer Geruchsbelästigung durch die Grube. Woher der Gestank genau kommt, ist aber noch nicht geklärt. Kritiker fordern einen Einlagerungsstopp, bis die Ursache feststeht.

Aus Sicht des Betreibers würde die Stilllegung des Freilagers mittel- und langfristig rund 180 Arbeitsplätze gefährden. Man werde weiterhin gemeinsam mit dem LAGB an Lösungen arbeiten, um die geforderte Emissionsminderung am Freilager zu erreichen, hieß es in einer Mitteilung von GTS.