Berlin (dpa) - Das Pokalfinale soll für RB Leipzig die Krönung einer starken Saison, der glorreiche Trainer-Abschied von Ralf Rangnick und vielleicht auch der erste Coup für den Fußball-Osten seit 78 Jahren werden. Denn RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff will den DFB-Pokal für Ostdeutschland gewinnen. "Dem Pokal würde es gut tun, wenn eine neue Tätowierung, eine neue Gravur dort draufkommt. Es ist ja nicht nur Leipzig, sondern eine ganze Region, die mittlerweile mitfiebert. 1941 hat der Dresdner SC das letzte Mal den Pokal für den Osten gewonnen, und klar, wir wollen den Pokal gerne für den Osten gewinnen", sagte Mintzlaff vor dem Endspiel an diesem Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) gegen den FC Bayern München.

Nach der Nullnummer zwischen beiden Teams zuletzt in der Bundesliga ist der gegenseitige Respekt enorm. Beim verbalen Schlagabtausch vorm großen Finalabend überboten sich die Trainer-Kontrahenten Niko Kovac und Ralf Rangnick mit höchsten Respektbekundungen. "Wir haben den schwerstmöglichen Gegner, den man in Deutschland kriegen kann", sagte Rangnick über den FC Bayern - und Kollege Kovac entgegnete prompt: "Ich glaube, das kann ich dem Ralf wiedergeben: Leipzig ist der schwerste Gegner, den wir kriegen können."

LETZTE CHANCE: Für Rangnick ist das Pokalfinale pünktlich zum zehnten Club-Geburtstag die erste Titelchance für RB Leipzig - gleichzeitig auch seine letzte als RB-Trainer. Danach übernimmt Julian Nagelsmann den Cheftrainer-Posten. Rangnick weiß, wie man in Berlin gewinnt - mit Schalke 04 holte er 2011 den Pokal. "Wir wissen, dass wir einen perfekten Tag brauchen. Wenn wir das schaffen, haben wir eine realistische Chance", sagte er. Im Vergleich zum 0:0 in der Bundesliga will er die "fünf Prozent Adrenalin" vom Finale herauskitzeln.

DIREKTDUELL: Nach der Rückkehr von Bayern-Kapitän Manuel Neuer kommt es zugleich zum Direktduell mit dem besten Bundesliga-Torhüter der Saison - Peter Gulacsi. Der ungarische Nationalkeeper absolvierte in dieser Saison 16 Zu-Null-Spiele - befindet sich seit Wochen in Topform. Und Neuer? "Manuel wird spielen. Er ist ein Eckpfeiler", sagte Kovac. Die sechs Wochen Pause des Kapitäns wegen einer Wadenblessur seien kein Problem. "Ich habe die Woche komplett trainiert und fühle mich gut", sagte Neuer.

DREI ENDSPIELE: Pokalexperte Kovac erlebt in seiner Heimatstadt das dritte Endspiel nacheinander. Letztes Jahr düpierte der 47-Jährige noch mit Eintracht Frankfurt die großen Bayern (3:1). Aber auch Rangnick ist das dritte Mal im Finale. 2005 verlor er mit Schalke gegen den FC Bayern 1:2, 2011 gewann er gegen Zweitligist MSV Duisburg ebenfalls mit dem Revierclub mit 5:0.

MUTPROBE: Gegen die Bayern fordert RB-Kapitän Willi Orban "Kompaktheit, Dynamik und viel Mut, denn Kleinigkeiten können dieses Spiel entscheiden". Außenverteidiger Lukas Klostermann sagte: "Ich muss die Flügelspieler immer auf dem Schirm haben, gerade auch bei Spielverlagerungen oder ähnlichen Situationen." Aber er warnte seine Kollegen auch: "Man darf nicht zu viel wollen, muss aber trotzdem mutig und offensiv sein. Diese Balance hinzubekommen, das ist die große Kunst."

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