Berlin (dpa) - Nach rund 20 Jahren wird die Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten per Hand neu organisiert. Die manuelle Rekonstruktion in Zirndorf wird zum Jahresende aufgelöst, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte er: Die Arbeit mit den Akten geht an anderen Orten weiter. Künftig sollen die Papierschnipsel in den ostdeutschen Außenstellen der Behörde und in der Zentrale zusammengefügt werden. Wann Papiere per Computer in großem Umfang zusammengesetzt werden können, blieb indes offen. Der Projektfortschritt verzögere sich, sagte der frühere DDR-Oppositionelle.

In Zirndorf bei Nürnberg hatten zuletzt vier Mitarbeiter der Behörde und vier abgeordnete Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zerrissene Stasi-Akten mühevoll zusammengepuzzelt. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Blätter seit 1995 wieder hergestellt. Angesichts des Flüchtlingsstroms arbeiteten die Beschäftigten nun aber für das Bundesamt, das sei aktuell dringender. Das Bundesamt hat uns damals mit Personal geholfen, jetzt helfen wir, betonte Jahn.

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