Magdeburg (dpa/sa) - Rechnerisch hat voriges Jahr jeder Anschluss in Sachsen-Anhalt gut 22 Minuten keinen Strom gehabt. Das teilte die Bundesnetzagentur am Freitag mit. Das waren gut vier Minuten mehr als 2017. Im bundesweiten Vergleich waren die Stromausfälle in Sachsen-Anhalt vergleichsweise lang. Nur in Schleswig-Holstein (knapp 30 Minuten) und in Brandenburg (knapp 27 Minuten) waren die Werte noch höher. Zum Vergleich: Beim Nachbarn Sachsen war jeder Anschluss rechnerisch nur knapp 8 Minuten ohne Strom.

Bundesweit lag die Ausfallzeit den Angaben zufolge bei 14 Minuten, das war eine Minute weniger als noch 2017. Es habe unter anderem weniger Stromausfälle durch Stürme und Wetterextreme gegeben, so die Behörde. Sachsen-Anhalt war aber etwa im Januar 2018 besonders stark vom Sturmtief Friederike betroffen.

Die Stromversorgung sei in Deutschland sehr zuverlässig, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. "Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität."

Die Netzbetreiber müssen alle Ausfälle melden, die länger als drei Minuten andauern. Voriges Jahr gab es demnach 167 400 Fälle. Das war der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen. Nur 2017 lag er noch niedriger.

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