Berlin/Magdeburg (dpa/sa) - Nirgendwo in Deutschland arbeiten Beschäftigte statistisch gesehen länger als in Sachsen-Anhalt. Voriges Jahr war jeder Arbeitnehmer im Land rechnerisch 1373 für seinen Job im Einsatz, wie die Linken-Bundestagsfraktion nach einer Auswertung von Daten der Statistischen Ämter von Bund und Ländern mitteilte. Das waren 3 Stunden mehr als im benachbarten Thüringen, 68 mehr als im Bundesschnitt und sogar 104 mehr als im Saarland. In letzterem Land fielen die wenigsten Arbeitsstunden pro Kopf an.

Im langfristigen Vergleich verbrachten die Sachsen-Anhalter allerdings weniger Zeit mit Arbeit. Im Jahr 2000 waren es pro Beschäftigtem noch 1501 Arbeitsstunden, vor zehn Jahren 1431.

Der Auswertung zufolge arbeiten Beschäftigte im Osten insgesamt länger als ihre westdeutschen Kolleginnen und Kollegen. Wenn Berlin zu den alten Ländern gezählt wird, beträgt die Lücke 61 Stunden. Zugleich lagen die Jahres-Bruttolöhne je Arbeitnehmer im Westen inklusive Berlin mit 36 090 Euro gut 6400 Euro über dem ostdeutschen Schnitt (29 637 Euro). In Sachsen-Anhalt stieg das Jahresbrutto laut Übersicht zwischen 2017 und 2018 um 4,2 Prozent auf 29 823 Euro und lag damit geringfügig über dem ostdeutschen Durchschnitt.

Statistik zu Bruttolöhnen

Statistik zum Arbeitsvolumen

WSI zu tariflichen Arbeitszeiten Ost/West