Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt ist neuesten Schätzungen zufolge die Hälfte derjenigen, die sich bisher mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, wieder gesund. Von den 1168 nachgewiesenen Fällen gelten 573 als genesen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Das entspricht einem Anteil von 49 Prozent. Allerdings stieg auch die Zahl der Todesfälle - zuletzt meldete nur Halle weitere Tote. Stadtchef Bernd Wiegand (parteilos) kündigte weitere Maßnahmen zur Eindämmung an, machte aber auch Hoffnung auf Besserung.

Zudem kontrollierten Polizei und Ordnungsämter weiterhin die Einhaltung der Corona-Beschränkungen. Am Samstag kreiste beispielsweise ein Polizeihubschrauber über Halle, wie eine dpa-Reporterin beobachtete. In Magdeburg fuhr die Polizei beliebte Spiel- und Ausflugsziele an und ermahnte am Nachmittag beispielsweise Familien mit Kindern an den Wasserspielen vor dem Dom, sich an die Abstandregeln zu halten.

Seit Beginn der Epidemie wurden dem Gesundheitsministerium bis Samstagmittag 1168 Infektionen übermittelt. Das waren 31 mehr als am Vortag. Die Zahl der Menschen, die mit dem Virus infiziert waren und gestorben sind, stieg in der Statistik um drei auf 21. Die neuen Meldungen kommen alle aus Halle.

Damit steigt die Zahl der rechnerisch Genesenen derzeit schneller als die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen. Am Samstag vor einer Woche lag ihr Anteil noch bei 40 Prozent an allen Corona-Fällen, drei Tage später waren es mit 425 von 982 Betroffenen rund 43 Prozent.

In Halle stieg die Zahl der Todesfälle auf acht, wie Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Samstag sagte. Fünf der Toten waren im gleichen Altenpflegeheim untergebracht. Halle ist in Sachsen-Anhalt die Region mit den meisten nachgewiesenen Infektionen und hat mit Abstand auch die meisten Todesfälle in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. Stadtchef Wiegand teilte mit, dass sich die Ausbreitung weiter deutlich verlangsamt hat. Inzwischen dauere es rechnerisch 14,5 Tage, bis sich die Zahl der Corona-Fälle in der Saalestadt verdoppelt. Zwei Tage zuvor hatte dieser Wert noch bei 13 Tagen gelegen.

Wenn sich alle weiterhin an die Maßnahmen hielten, gebe es gute Chancen auf eine Lockerung der Corona-Beschränkungen nach Ostern, sagte Wiegand. Zuletzt hatte er mehrfach angekündigt, bei einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung den Katastrophenfall aufheben zu wollen. Halle ist die einzige Kommune in Sachsen-Anhalt, die ihn ausgerufen hat. Zunächst stellte Wiegand jedoch weitere Maßnahmen vor, um den Erreger Sars-CoV-2 weiter einzudämmen.

Von Dienstag an müssen Händler und Kunden des täglichen Wochenmarkts auf dem Marktplatz einen Mundschutz tragen. Damit reagiert die Stadt laut Oberbürgermeister darauf, dass der Mindestabstand an den Marktständen regelmäßig nicht eingehalten wird. Zudem will Halle nach Ostern in allen 56 Alten- und Pflegeheimen lückenlos die Belegschaft auf das Coronavirus testen. Wiegand begründete das damit, dass die Einrichtungen "Hochrisikobereiche" seien. Menschen mit einem höheren Alter sowie Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet, schwer an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben.

Unterdessen kontrollieren die Ordnungsbehörden weiterhin, dass sich die Sachsen-Anhalter auch während der Oster-Feiertage an die strengen Kontakt- und Ausgehbeschränkungen halten. Das erste Resümee aus Magdeburg klang positiv: "Auch am Karfreitag wurde das schöne Wetter von vielen Menschen für Bewegung und Spaziergänge an der frischen Luft genutzt, wobei sich die meisten an die Bestimmungen der Landesverordnung hielten." Dass die meisten Sachsen-Anhalter die Regeln anwenden, berichten auch die Landespolizei und Ordnungsämter anderer Kommunen seit vielen Tagen regelmäßig.