Ilsenburg (dpa/sa) - Auf dem Gelände eines Automobilzulieferers in Ilsenburg (Landkreis Harz) ist in der Nacht zu Sonntag Schwefelsäure ausgetreten. Zwischenzeitlich waren rund 200 Kräfte nach Angaben des Landkreises im Einsatz - teils in speziellen Schutzanzügen. Bis zum Mittag konnte Entwarnung gegeben werden: Die ätzende Chemikalie wurde mit einem Bindemittel entfernt. Verletzt wurde niemand.

Die 25 Mitarbeiter des Unternehmens im Gewerbegebiet in Ilsenburg wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Sie wurden vorsorglich in Krankenhäusern untersucht. Anschließend konnten sie nach Hause.

Nach ersten Erkenntnissen trat die Säure während der Produktion auf dem Gelände der Firma, die auch mit Aluminium arbeitet, aus. Die genaue Ursache für den Austritt der ätzenden Chemikalie blieb zunächst unklar.

Anwohner wurden in der Nacht gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, hieß es. Autofahrer mussten das Gebiet weiträumig umfahren. Am Sonntagmorgen wurde Entwarnung gegeben. Das Gelände zu dem Betrieb war zwischenzeitlich abgesperrt.

Zunächst waren rund 180 Einsatzkräfte vor Ort. Bis zum Morgen wurden weitere Spezialisten hinzugezogen. Nach dem Einsatz wurde das Gelände wieder an den Eigentümer übergeben, der sich um die weiteren Reinigungsarbeiten kümmern musste.

Schwefelsäure ist einer der wichtigsten Grundstoffe in der chemischen Industrie. In verdünnter Form ist sie als Batteriesäure wichtiger Bestandteil von Autobatterien. Beim Umgang mit der aggressiven, in reinem Zustand öligen und farblosen Säure ist Vorsicht geboten: In konzentrierter Form zerstört sie organisches Gewebe wie Haut oder Fleisch. Gelangt die Säure in die Augen, droht Blindheit.