Magdeburg (dpa/sa) - Ordnungshüter haben in Sachsen-Anhalt einen ganzen Tag lang Fernbusse und Lastwagen kontrolliert und bei der Mehrheit Verstöße festgestellt. Die Teams aus Polizei und Zoll überprüften am Donnerstag an mehreren Autobahnen und Bundesstraßen mehr als 300 Fahrzeuge auf technische Mängel, Fahrtüchtigkeit, Tempo und Sicherheitsabstand, wie das Innenministerium am Freitag mitteilte. Dabei wurden 183 Verstöße festgestellt. Am häufigsten stellten die Beamten fest, dass die Fernkraftfahrer sich nicht an die Lenk- und Ruhezeiten hielten.

Mit einer Beanstandungsquote von 58 Prozent liege Sachsen-Anhalt im Bundestrend, sagte die Verkehrsexpertin des Innenministeriums, Nadine Raabe-Goldermann. "Es ist erschreckend und Wahnsinn und zeigt, wie wichtig es ist, den Kontrolldruck weiter zu erhöhen." Anlass für die Kontrollen war der bundesweite Aktionstag "Sicher. Mobil. Leben.", für den bundesweit Fernkraftfahrer kontrolliert wurden. In Sachsen-Anhalt waren an zwölf Orten 135 Kollegen im Einsatz.

Ihnen ging es nicht nur darum, Fehlverhalten zu ahnden. An mehreren Infopunkten klärten Polizisten etwa 200 Fahrer über alltägliche Gefahren am Steuer auf, so Raabe-Goldermann. Besonders gut sei das "Brummi-Yoga" angekommen, das Müdigkeitsattacken effektiv bekämpfen soll. "Um am Steuer wach zu bleiben, hilft kein Kaffee und keine Zigarette, da hilft nur Bewegung." So machten die Beamten Übungen vor, die wegen der Zielgruppe "Warndreieck" oder "Handbremse" hießen.

So spaßig das klingen mag, der Hintergrund des Aktionstages ist ein ernster: Unfälle mit Lastwagen haben laut Statistik überdurchschnittlich schwere Folgen. Voriges Jahr starben dabei in Sachsen-Anhalt 35 Menschen, rund 1250 wurden verletzt. In drei von vier Fällen ist der LKW-Fahrer Schuld am Unfall - die schweren Folgen tragen meist andere Unfallbeteiligte.