Halle (dpa/sa) - Im Prozess gegen eine Familie aus Naumburg wegen mutmaßlicher Angriffe auf die Polizei und anderer Delikte hat die Staatsanwaltschaft hohe Strafen für die Angeklagten gefordert. Die beiden angeklagten Brüder hätten sich bei ihren Taten vor rund drei Jahren und auch danach sehr aggressiv verhalten, hieß es am Dienstag im Plädoyer vor dem Landgericht Halle. Für den 23 Jahre alten Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Der rund drei Jahre ältere Bruder soll für ein Jahr und drei Monate in Haft. Für den mitangeklagten Vater wurde eine Geldstrafe gefordert.

Die drei Männer sollen laut Anklage mehrere Polizisten bei einem Einsatz im Jahr 2016 in einer Shisha-Bar sowie 2017 nachts auf einem Polizeirevier attackiert haben. Anlass soll ein Streit um eine Fahrerlaubnis gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und weitere Straftaten vor. Die Verteidigung bestreitet die Darstellung der Staatsanwaltschaft.

Auch die Nebenklage äußerte sich am Dienstag. Der 23-Jährige habe bei einer weiteren Schlägerei Ende 2017 in Mücheln (Saalekreis) einen Mann verprügelt. Das Opfer wurde damals schwer verletzt. Die Nebenklage forderte für den 23-Jährigen daher zwei Jahre Haft.

Die Verhandlung soll am 18. Februar fortgesetzt werden. Mit dem Urteil wird Ende März gerechnet.

Statement von Innenminister Holger Stahlknecht zu dem Fall von 2017