Magdeburg (dpa/sa) - Sie sind die Spezialisten für sehr gefährliche Polizeieinsätze, kommen maskiert und besonders geschützt: Das Spezialeinsatzkommando Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr zu 124 Einsätzen ausgerückt und damit zu neun mehr als noch 2018, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Magdeburg der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Alarmiert wurden die spezialisierten Beamten vor allem bei Bedrohungslagen im Zusammenhang mit Drogenkriminalität, Verstößen gegen das Waffengesetz und Raubstraftaten.

Ihre Schusswaffen nutzten die Beamten nur zweimal bei den Einsätzen. "Es handelte sich dabei um Schusswaffenanwendungen gegen Kampfhunde", erklärte ein LKA-Sprecher. Insgesamt sieben SEK-Beamte wurden im Einsatz verletzt. Einer habe in der Folge einer Verletzung operiert werden müssen.

Zum Spezialeinsatzkommando gehören den Angaben zufolge derzeit mehr als 50 Beamte. 2019 hätten mehrere Polizisten das Auswahlverfahren und den Einführungsfortbildungslehrgang absolviert. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Die Beamten werden in besonderen Bedrohungssituationen gerufen. So hatte etwa im Februar vergangenen Jahres ein 37-Jähriger in Naumburg seine Eltern nach damaligen Angaben der Polizei mit mehreren Messern bedroht. Die beiden konnten entkommen und Hilfe rufen. Der Mann aber hatte sich den Angaben nach verbarrikadiert. Stunden später war es mit der Unterstützung des SEK gelungen, in die Wohnung zu kommen und den Mann zu ergreifen.

Zu den großen Einsätzen 2019 gehörte im Juni eine Razzia in Magdeburg, bei der damaligen Angaben zufolge Drogen im Wert von rund 150 000 Euro, Bargeld und Waffen bis hin zu einem vollautomatischen Sturmgewehr sichergestellt wurden. Vier Männer waren in einem Wohnhaus und einer Shisha-Bar festgenommen worden. Sie wurden verdächtigt, am Drogenhandel rund um die Magdeburger Partymeile Hasselbachplatz beteiligt gewesen zu sein. Im November unterstützten die SEK-Beamten die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung in Magdeburg, bei der mehrere Umzugskartons voll mit Minen, Granaten und anderen Gegenständen sichergestellt wurden.

Auch in diesem Jahr absolvierten die SEK-Beamten schon eine zweistellige Zahl von Einsätzen, wie der Sprecher des LKA mitteilte. Im Februar etwa hatte ein Mann in Haldensleben mit einem Metallrohr um sich geschlagen und mehrere Menschen verletzt. Die Spezialeinsatzkräfte nahmen den 40-Jährigen fest. Er verletzte den damaligen Angaben zufolge auch zwei Beamte.

Angesichts der Corona-Pandemie seien geeignete Maßnahmen getroffen worden, um die Infizierung des Kommandos zu verhindern. "Beispielsweise werden, wie in allen Organisationseinheiten, die Kontakte auf ein notwendiges Minimum reduziert." Und auch das Thema Schutzausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Man könne nicht aus einen unendlichen Reservoir an Schutzausrüstung schöpfen und sei sich bewusst, dass das Innenministerium alles unternehme, die Beamten der Lage angepasst auszustatten.