Magdeburg (dpa/sa) - Nach neuen Erkenntnissen zu auffälligem Spielverhalten bei Lotto-Sportwetten will ein Untersuchungsausschuss im Magdeburger Landtag den Innenminister sowie frühere Staatssekretäre als Zeugen hören. In einer der nächsten Sitzungen solle Minister Holger Stahlknecht (CDU) befragt werden, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Andreas Steppuhn (SPD), am Montag. Das Innenministerium ist für die Glücksspielaufsicht zuständig.

Bereits beim nächsten Treffen am 20. März sollen der Ex-Innenstaatssekretär Ulf Gundlach sowie Ex-Finanzstaatssekretär Heiko Geue befragt werden. Sie saßen früher im Aufsichtsrat der sachsen-anhaltischen Lotto-Gesellschaft und sollen zu ihrem damaligen Wissen als Aufsichtsratsmitglieder befragt werden, wie die AfD im Magdeburger Landtag mitteilte. Nach eigenen Angaben hatte die Oppositionsfraktion die Befragung der drei Zeugen beantragt.

Der Ausschuss beschäftigt sich mit möglicher Geldwäsche. Zudem geht es um die Frage, ob es Ungereimtheiten bei der Vergabe von Jobs und Fördergeldern gab.

Derzeit beschäftigt sich das Gremium vor allem mit ungewöhnlich hohen Wetteinsätzen bei der Sportwette Oddset durch mehrere Spieler im Raum Zerbst. Einem Laden wurde die Erlaubnis entzogen, Lotto anzubieten. Innenministerium und der Landesrechnungshof haben weitere Prüfungen angekündigt. Der Aufsichtsrat will externe Prüfer einschalten.

Mehrere Mitglieder des U-Ausschusses wollen den Zeitraum ausweiten, der aufgearbeitet werden soll. Derzeit reiche der Auftrag nur bis Jahresende 2018, sagte Gremiumschef Steppuhn. Aufgrund der neuen Erkenntnisse sei geplant, das Zeitfenster bis Mitte Februar 2020 auszuweiten. Die Erweiterung ist diese Woche Thema im Landtag.